Podcastfolge #94: Über soziales Yoga und „Yoga für alle e.V.“

Conny Brammen ist Gründerin und Geschäftsführerin von "Yoga für alle e.V." und spricht in diesem Interview über soziales Yoga, ihre Mission die Welt ein Stückchen besser zu machen und inwiefern Yoga soziale Arbeit leisten und Menschen helfen kann.

Interview mit Conny Brammen, über soziales Yoga und “Yoga für alle e.V.”

Conny Brammen ist Gründerin und Geschäftsführerin des Vereins “Yoga für alle e.V.“, der 2014 aus einer klaren Vision heraus entstand: Das Geschenk des Yoga in den sozialen Sektor zu bringen und weiterzugeben.

Vor der Gründung von “Yoga für alle e.V.” arbeitete Conny 35 Jahre lang mit Leib und Seele als Journalistin, bereits mit dem Wunsch, die Welt besser zu gestalten. 

Zusätzlich ist Conny auch Yogalehrerin: Nachdem sie in einer sehr dunklen Phase ihres Lebens u.a. auch Yoga für sich entdeckte und eine Transformation in ihr begann, beschloss sie, eine Ausbildung zur Kundalini Yogalehrerin zu machen.

Mit neuer Kraft nach der Ausbildung bekam Conny dann die Idee, den Verein “Yoga für alle e.V.” zu gründen und “die Lange Nacht des Yoooga” zu launchen.

Was genau macht “Yoga für alle e.V.” als Verein? 

Der Verein leistet soziale Arbeit durch Yoga und geht in die Lebenswelten von Menschen hinein, die in sozialen und staatlichen Einrichtungen leben und betreut, beraten und unterrichtet werden. Dort gilt es, Teilhabe und Prävention zu leisten.

Das soziale Yoga besteht aus verschiedenen Angeboten (Beispiele):

  • “Omy” (Oh my Yoga) – Yoga bei Altersarmut, ein Angebot für Senior:innen 60+
  • Prävig (Prävention im Grundschulalter) – Yoga für Kinder
  • Yoga bei psychischen Erkrankungen 
  • Yoga bei Trauer, häuslicher Gewalt und bei Essstörungen
  • Yoga im Strafvollzug 
  • Yoga für Geflüchtete uvm.

Was sind Connys Erfahrungswerte? Welche Erfahrungen hat sie mit deinem Verein gemacht?

Yoga ist unheimlich wirkungsvoll. 

Man kann mit Yoga tolle Dinge tun, aber die Rolle der Yogalehrer:in ist im sozialen Yoga sehr wichtig: Es geht nämlich nur um Yoga und nichts anderes. Das Setting ist bei “Yoga für alle e.V.” sehr klar definiert.

Die Yogalehrer:innen unterrichten nach bestimmten Standards, denn die Teilnehmer:innen sind bereits an ein Hilfesystem angedockt. Denn für alles, was NICHT Yoga ist, sind die Partner:innen des Vereins zuständig. 

Ansonsten wird wirkungsorientiert gearbeitet, Prozesse werden anhand von Prä -und Post-Befragung evaluiert und auch beobachtet.

Viele Teilnehmer:innen kommen wieder in einen Kontakt mit sich selbst: So können neue Gewohnheiten entstehen.

Es ist auch wichtig, dass die Teilnehmer:innen Elemente des Yoga mit in den Alltag nehmen.

Da die intrinsische Motivation aber oft sehr niedrig ist, dauern viele Prozesse länger, aber die Werte steigen trotzdem. 

Wie kann man als Yogalehrer:in bei “Yoga für alle e.V.” mitmachen?

Es gibt ein tolles Online Formular und ein digitales Onboarding für alle Interessenten.

Es ist aber wichtig zu verstehen, dass der Yoga Unterricht ein Ehrenamt ist und die Aufgaben sich nicht auf den reinen Unterricht beschränken. Für die Zusammenarbeit muss ein Verständnis dafür da sein, wofür “Yoga für alle e.V”. steht.

Gesucht werden vor allem Yogalehrer:innen mit anderen Expertisen wie Buchhaltung, Marketing, Online Marketing, PR, Fundraising. Wenn man sich damit auskennt, dann kann man den Verein vor allem in diesen Bereichen unterstützen. 

Auch kann man “Yoga für alle e.V” nicht als Arbeitgeber betrachten, sondern sollte den Verein als ein Netzwerk sehen. 

Andere Möglichkeiten zu helfen sind außerdem:

  • Spenden-Yoga-Klassen veranstalten um Geld für den Verein zu sammeln
  • Ehrenamtliche Arbeit leisten, die über den Yoga Unterricht hinausgeht
  • Fördermitglied bei “Yoga für alle e.V.” werden: Mit einem Monatsbeitrag von 10 Euro kann man den Verein sehr toll unterstützen. Auch Aufwandsentschädigungen für die Yogalehrer:innen werden von den Monatsbeiträgen bezahlt.

Ist Yoga politisch, aus Conny’s Sicht?

Yoga ist gesellschaftlich relevant und das muss gesehen werden. 

Yoga hat eine extreme Wirkung, sowohl beim “Lifestyle Yoga” (Yoga in Sportzentren, Studios für Menschen, die weitestgehend gesund sind und sich diese Klassen leisten können) als auch beim “barrierefreien und sozialen Yoga”, welches für die Teilnehmer:innen kostenlos ist. 

Die Überlegung, dass Yoga gesellschaftlich relevant ist und das in die Welt zu tragen, hat definitiv einen politischen Aspekt.

Aber es braucht dafür auch gesetzliche Veränderungen. 

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