Podcastfolge #89: Werte vermitteln als Yogalehrerin

Wie du als Yogalehrer:in deine Werte vermittelst: Christine Raab ist zu Gast im Podcast von Yoga als Beruf und wir sprechen über Werte im Yogabusiness und die Verantwortung die man als Yogalehrerin trägt. Hier geht's zum ganzen Interview.

Interview mit Christine Raab – Wie du als Yogalehrer:in deine Werte vermittelst

Christine Raab ist zum zweiten Mal zu Gast bei Yoga als Beruf und wir haben über die Entwicklung ihres Yoga Businesses gesprochen und wie man als Yogalehrer:in seine Werte vermitteln kann.

Christine hat während der Pandemie ein Yoga Studio eröffnet, welches auch heute noch besteht, sich aber aufgrund der vielen Ups and Downs der Pandemie weiterhin etablieren muss. 

Zusätzlich hat sie im Januar begonnen, eine Ausbildung zur Heilpraktikerin anzufangen.

Die grundlegendste Veränderung seit dem letzten Gespräch mit Christine ist, dass sie jetzt ihre eigene Yoga Ausbildung anbietet.

Was ist das besondere an Christines Yoga Ausbildung?

Christine beschreibt diese mit einem Wort: Undogmatisch. 

Sie sagt, sie hat nichts gegen Traditionen im Allgemeinen, aber sie selbst ist eine undogmatische Person und deshalb passt sie ihre Ausbildung auch danach an.

Für sie ist es wichtig, dass die angehenden Yogalehrer:innen Yoga als eine persönliche Erfahrung sehen, sie sollen Yoga selbst erfahren und leben.

Dabei darf man sich auch fragen: Wieviel der “Yoga Tradition” kann und darf bleiben? Was ist noch passend und vereinbar mit den eigenen Werten? Was passt überhaupt zum eigenen Lebensweg/Alltag und lassen diese sich integrieren?

Yoga darf ganz unterschiedlich sein und das darf man auch wirklich immer hinterfragen.

Wie schätzt du die Verantwortung von Lehrer:innen gegenüber der Schüler:innen ein?

Viele Yogalehrer:innen tragen generell eine große Verantwortung.

Besonders bei großen und offenen Yogakursen kann das manchmal schwer sein. 

Christine selbst beginnt alle Yogastunden mit einer “Empfindlichkeitsrunde”, in der sie einmal abfragt, wie es allen geht. Da muss man dann aber auch flexibel sein und sich an die Bedürfnisse der Schüler:innen anpassen können.

Man sollte generell nicht den Anspruch haben, alles perfekt machen zu müssen. Im Endeffekt ist man “nur” Yogalehrer:in und nicht medizinisches Personal. 

Und es ist wichtig sich immer zu fragen, welche Übungen man überhaupt machen darf und welche lieber nicht: Man muss als Yogalehrer:in seine Grenzen kennen.

Leider passiert es auch oft, dass der Körper im Yoga außen vor gelassen wird. Natürlich ist Yoga auch Geist/Seele/Energie – das hat gleichermaßen seine Daseinsberechtigung. Aber es ist nicht nur das. 

Es wird dann kompliziert und schwierig, wenn egal was für “Wehwehchen” bei den Schüler:innen vorhanden sind, die Seele als die Ursache diagnostiziert wird. Damit muss man ganz ganz vorsichtig sein. 

Als Yogalehrer:in muss man den Menschen ganzheitlich sehen aber auch sein lassen wie er ist und darf sich nicht in eine Überposition stellen. Man kann auch als Yogalehrer:in nicht alles richten. Oft kommt es schnell zu einer Übergrifflichkeit (wenn man zB. denkt man ist als Yogalehrer:in automatisch auch Physio-oder Psychotherapeut:in etc).

Man darf im Yoga Unterricht das eigene Ego runterfahren: Was ist die eigentliche Kompetenz und wo sind auch die Grenzen? Yoga kann natürlich total heilend wirken, aber sollte niemals eine Therapie ersetzen. 

Welche Werte können wir als Yogalehrer:in denn vermitteln?

Man kann zum einen die Werte vermitteln, die im Yoga Sutra stehen: 

Die Yoga Philosophie ist an sich spannend und letztendlich hat man da eine gute Vorgabe an Werten wie Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit, Nicht-Stehlen etc. 

Diese kann man ja zum Beispiel auch auf das digitale Yoga übertragen (Dass man z.B.online keine Texte von anderen Yogalehrer:innen kopiert etc.)

Zum Anderen kann man sich als Yogalehrer:in auch generell positionieren: Wofür steht man? Möchte man seine eigenen Werte auch auf die Schüler:innen übertragen und wenn ja, wie? 

Haben diese Werte noch etwas mit Yoga zutun?

Schwierig wird es dann, wenn es zum “Guru-Gehabe” wird und man seine Werte als “die einzige Wahrheit” sieht. Man kann seine persönlichen Themen und Werte mitgeben, aber diese seinen Schüler:innen aufzuzwingen ist wiederum eine andere Sache.

Wie kann man sich generell als Yogalehrer:in von Schüler:innen abgrenzen, um bei einem selbst zu bleiben? Zum Beispiel nach der Yogastunde?

Das kann man so pauschal nicht beantworten, das kommt sehr auf das Umfeld an und wie das Verhältnis zu den Teilnehmer:innen ist. 

Wenn die Schüler:innen mit persönlichen Sorgen nach der Stunde auf einen zukommen und Fragen oder Wünsche haben, dann kann man entweder 1:1 Coachings anbieten, wenn es Yoga Themen sind, oder man kommuniziert ganz klar, dass das nicht der Raum ist solche Themen zu besprechen.

Oft hängt das auch ein bisschen davon ab, ob man selbst in der Stimmung und Laune ist, noch ein wenig zu Plaudern oder ob es schon Probleme bei dem/der Schüler:in sind, wo einem als Yogalehrer:in die Kompetenzen fehlen. 

Dann sollte man diese auch darauf aufmerksam machen, sich Expert:innen in diesem Feld zu suchen.

Und über diesen Link kommst du direkt zum Podcast:

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