Podcastfolge #65: Über nachhaltige Yoga Kleidung von „Pretty Clear“

Hier gibt es einen tollen Einblick in die Arbeit von "Pretty Clear": Das nachhaltige Yoga Label. Was bedeutet Nachhaltigkeit für Bastian Schlochtermeyer, Gründern von Pretty Clear, und wie kam es zur Gründung? Hier geht's zum ganzen Interview.

Interview mit Basti Schlochtermeyer über das nachhaltige Yoga Label “Pretty Clear”

Basti Schlochtermeyer ist Gründer des Yoga Labels “Pretty Clear” und spricht mit mir heute über das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt und wie es zur Gründung von “Pretty Clear” kam.

Als ehemaliger Unternehmensberater in der Fashion Industrie gewann Basti einen guten Einblick in die Auswirkungen von Fast Fashion auf die Umwelt und vor allem auf die Verschmutzung der Ozeane.

Nach einem Surftrip und Entsetzen über Strände voll Plastikmüll kündigte Basti seinen Job und begann sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Eigenverantwortung intensiver auseinanderzusetzen.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Pretty Clear? 

Eine große Rolle spielt natürlich die Nachhaltigkeit der Materialien. Pretty Clear verwendet für die Produkte recycelte Fischernetze aus Italien, die in Portugal unter fairen Arbeitsbedingungen zu Stoffen verarbeitet werden.

Diese werden dann nach Deutschland transportiert.

Sowohl der Lieferant als auch der Produzent wurden nach langen Überlegungen und Besuchen sehr sorgfältig ausgewählt.

Die Qualität der Produkte ist sehr hochwertig und deshalb auch nicht günstig zu Erwerben.

Wie kann man sich den Prozess von “Plastik aus dem Meer zu butterweicher Yoga Bekleidung” vorstellen?

Der Lieferant von Pretty Clear arbeitet mit lokalen Fischern an der Westküste Italiens.

Alte Fischernetze, die von Freiwilligen und über die Küstenwache eingesammelt werden, werden dann in riesigen Bottichen in die Fabrik nach Portugal geschafft.

In der Produktion werden die Fischernetze zu Flakes geschreddert, die wiederum eingedampft und in eine große Masse umgewandelt werden.

Daraus entsteht dann das Garn, welches für die Herstellung der Stoffe verwendet wird.

Diese Stoffe werden in Fläche von Pretty Clear eingekauft und in nachhaltige Yoga Kleidung umgewandelt.

Laut der Webseite gibt es momentan “nur” 3 Größen für die Yoga Bekleidung. Was sind die Gründe dafür? 

Dafür gibt mehrere Gründe:

  1. Momentan ist Pretty Clear noch ein Start Up Unternehmen und hat noch keine großen Investoren. Das Geld, welches investiert wird, kommt aus der eigenen Tasche (diese Strategie heißt “Bootstrapping”). Das bedeutet, es gab eine recht große Limitierung was die erste Kollektionen anging, da der Umgang mit dem Geld vorsichtig gehandhabt werden musste.
  1. Pretty Clear möchte lieber weniger produzieren als zu viel und so vermeiden, dass Produkte nicht gekauft werden.
  1. Momentan wird die nächste Kollektion geplant, die unter anderem Größen wie XS und XL enthalten soll.

Welche Verbesserungsmöglichkeiten gibt es bei Pretty Clear? 

Was die Produkte betrifft,so ist die 1.Kollektion nicht perfekt. Die Kleidung besteht aus 65% recycelten Nylonfasern, zu denen jedoch Elasthan hinzugegeben wurde, um die Kleidung elastischer zu machen.

Mit der nächsten Kollektion besteht also in dieser Hinsicht Steigerungsbedarf.

Im Hinblick auf das Marketing sollen die Webseite und Instagram, sowie das E-Mail Marketing ausgebaut werden.

Ein weiteres “Problem” ist zudem, dass die Kleidung, nachdem sie getragen wurde, nicht wieder zurückgenommen und recycelt wird. In Zukunft soll die Möglichkeit bestehen, dass getragene Kleidung wieder in den Kreislauf eingepflegt wird und recycelt wird. Da wird gerade nach einer Lösung gesucht.

Wie sieht es hinter den Kulissen von Pretty Clear aus? 

Momentan besteht Pretty Clear noch aus einem kleinen Team. Es gibt 5 Mitarbeiter: 

4 Gesellschafter:innen, 1 Werkstudentin. Zusätzlich gibt es momentan  1 Praktikantin und 2 Freelancer, die für Design und Produktentwicklung zuständig sind.

Die Arbeit läuft remote ab: Alle arbeiten in Deutschland, jedoch verstreut. Die Pandemie hat dafür gesorgt, die Arbeit in einem Büro schwierig zu gestalten.

Doch in Zukunft soll das Team und die GmbH, die Pretty Clear ist, ausgebaut werden.

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