Herausforderungen für Yogalehrer:innen und meine Arbeit als Yoga Business Coach.

Yogalehrerin Nadine Bader hat mich kürzlich in ihren Podcast eingeladen, um mit mir über meine Arbeit als Business Coach für Yogalehrerinnen und Herausforderungen der Selbstständigkeit zu sprechen. 

Ein großer Fokus der Folge lag dabei auf dem häufigen Versprechen von vielen Business Coaches, als YogalehrerIn super schnell einen 6 stelligen Umsatz zu erzielen.

Aber auch eine gute Preisgestaltung, falsche Erwartungen als Yogalehrerin und Online Yoga waren wichtige Themen dieser Folge.

Was sind häufige Irrtümer und falsche Erwartungen von Yogalehrer:innen, die dir als Yoga Business Coach begegnen?

  • Als frisch ausgebildete Yogalehrerin denkt man oft, man müsse sich sofort erfolgreich selbstständig machen: Aber ich rate allen, sich nicht direkt in die Selbstständigkeit zu stürzen, sondern eventuell nebenberuflich zu starten, auch individuell zu schauen: Brauche ich eventuell noch Rücklagen? Kann ich mir erstmal nebenberuflich einen Yoga Job suchen, um das Lehren und Unterrichten zu üben?

 

  • Unter Yogalehrer:innen herrscht oft eine große Angst: Es gibt doch schon so viele Yogalehrer:innen da draußen? Aber nicht alle landen auf dem Yoga-Markt. Der Markt ist erst dann voll, wenn Yoga nicht mehr gebraucht wird. Also eine Spezialisierung und eine gute Nische wären natürlich ziemlich toll: Wo kann man Yoga noch eventuell an die Leute bringen, denen Yoga sonst unzugänglich ist? 

 

  • Viele Yogalehrer:innen erwarten, ihre Angebote direkt verkaufen zu können: Aber man sollte eine aktive Community haben, die kaufbereit ist, wenn man z.B. digitale Produkte erstellen möchte. Man sollte schon längerfristig Community Aufbau betreiben, sich gut positionieren und sichtbar machen als Yogalehrerin. Das ist nicht leicht und passiert nicht von heute auf morgen.

 

  • Eine weitere Erwartung von YogalehrerInnen ist, allen gefallen zu wollen. Doch kein Yoga-Angebot kann für alle Menschen nützlich sein. Je unklarer dein Profil ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es niemanden anspricht.

Was hältst du von Business Coaches, die 6 stellige Summen versprechen und Manifestation Kurse verkaufen?

Rechtlich gesehen ist das eine Grauzone, denn man kann als Business Coach seinen Kund:innen keine Umsätze versprechen. 

Mir begegnen immer noch viele YogalehrerInnen, die denken, es gibt ein bestimmtes Geheimnis, solche Umsätze zu erreichen. Doch was wirklich hinter solchen Umsätzen steht, sind eine gute Planung, gute Marketingstrategien und Konsistenz im Community Aufbau.

Zusätzlich sollte man bedenken, dass der Umsatz nicht der Gewinn ist, sondern die Summe, die man einnimmt.

Am Ende des Tages bleibt von 100.000 Euro auch nicht viel übrig, wenn man Ausgaben hat, wie Coachings, Werbung schalten usw. 

 

Der Community Aufbau wird oft komplett unterschätzt. Viele Kund:innen, die bei mir kaufen, haben schon 1 Jahr lang meinen Newsletter gelesen, den Podcast gehört usw., obwohl das Angebot von Anfang an passend ist.

 

Also sollte man lieber Zeit in den Community Aufbau stecken, in Netzwerken, um sichtbar zu werden und dann ein gutes Portfolio aufzubauen.

Wie baut man ein digitales Yoga Business auf? Für wen ist das besonders gut geeignet?

Viele Yogalehrer:innen haben keine Lust auf ein Online-Business, denn Online Yoga bedeutet auch, sich mit Online Marketing auseinanderzusetzen.

Man muss nicht nur online Angebote schaffen, es gelingt natürlich auch auf anderen Wegen.

Man kann ein Portfolio aus unterschiedlichen Einkommensquellen aufbauen: 

 

  • Mit 1:1 Yoga
  • Mit Uni und VHS Kurse 
  • Yoga auf Veranstaltungen anbieten
  • uvm.

 

Die Statistiken besagen, dass Schüler:innen gerne bei einer Yogalehrerin bleiben. Also es kann sich lohnen, eine Fanbase aufzubauen. 

Wenn man aber technisch affin ist, dann kann es sich durchaus lohnen, sich digital zu positionieren.

Hast du Phasen, in denen du keine Lust auf deine Arbeit hast?

Auf jeden Fall. Auch mir wachsen Dinge über den Kopf. Aber ich habe ein gutes Team und gute und schlechte Zeiten wechseln sich ab.

Ich möchte aber allen Yogalehrer:innen mitgeben, dass es okay und erlaubt ist, Angebote zu ändern, sich weiterzuentwickeln, sich neuen Input zu suchen, Sachen abzugeben, Kund:innen abzulehnen usw. 

Als Yogalehrer:in sind wir eigentlich geschult, in uns reinzuhören und herauszufinden: Was passt gerade noch? Wo liegt das Problem? Ist es eine geringe Wertschätzung, ein geringes Einkommen, lebt man nicht nach seinen Prinzipien und Werten?

 

Man muss auch Yoga nicht mehr unterrichten, wenn man das nicht mehr will. Man darf auch ein Yoga-Studio aufgeben, was man über lange Zeit aufgebaut hat: das ist alles total in Ordnung.

Manchmal geht auch Yoga als Hobby verloren und man darf es wieder zum Hobby machen.

Gefühle wie Neid und Ungeduld unter Yogalehrer:innen - wie geht man damit um?

Vergleichen bringt einfach nichts.

Man weiß nie genau, was andere Yogalehrer:innen durchgemacht haben, wo sie herkommen, wie sie das geschafft haben, ob ihr Weg derselbe ist wie für einen selbst.

 

Den Konkurrenzgedanken kann man ruhig etwas zurücknehmen und sich lieber auf sich selbst fokussieren und seiner Personenmarke gerecht werden, also die Energie lieber in sich selbst investieren. 

 

Ich empfehle auch allen, den Personen zu entfolgen auf Instagram, die negative Gefühle in einem wecken. 

Was sind deine top 3-5 Ratschläge für angehende Yogalehrer:innen?

1. Unterrichten üben – Stunden sequenzieren, sich ausprobieren, Vertretungen suchen, Freund:innen suchen, mit denen man üben kann, VHS/Uni-Kurs suchen, proaktiv rausgehen, um das Profil zu schärfen, den eigenen Stil zu finden usw.

 

2. Die eigene Yoga Praxis beibehalten, achte auf dich: Pausen und Ruhe sind so wichtig als selbstständige Yogalehrer:in

 

3. Ein Haushaltsbuch führen: Was sind fixe Ausgaben, die man hat? Es hilft, schwarz auf weiß zu lesen, was das Leben einen kostet. Was ist das Minimum, was du einnehmen musst, um stabil leben zu können? 

 

4. Instagram Profil und Newsletter einrichten, um schon von Anfang an Kontakte zu sammeln und auf dich aufmerksam zu machen.

 

5. Sich spezialisieren: Was ist meine Nische? Mit wem arbeite ich gerne? Wie kann sich mein Angebot etwas abgrenzen? Innerhalb von Nischen gibt es auch noch weitere Spezialisierungen.

Von vornherein sagen, was erwartet die Kund:innen?

Nicht wissen, was man bekommt, kann einen vom Buchen abschrecken. Klarheit ist das Beste, was wir als Anbietende mitgeben können. 

Yoga und Geld: Preise festlegen und strukturieren. Was ist deine Meinung dazu?

Yoga darf Geld kosten. Es hilft ungemein, wenn man sich als Yogalehrerin einen gewissen Stundenpreis festlegt. 

Und je individueller und spezieller dein Angebot ist, desto mehr kannst du auch dafür verlangen. 

Auch Paketlösungen für Events sind eine gute Idee: Man hat es als Yogalehrerin selbst in der Hand zu formulieren, was wertvoll ist, um dann einen angemessenen Preis dafür zu verlangen.

Du möchtest noch mehr aus dem Interview erfahren? Höre dir jetzt die ganze Folge an:

 

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Für mehr Informationen zu Nadines Angebot, klick HIER: https://www.retreaters.de/

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