Barrierefreies Yoga Marketing: Instagram und Webseite inklusiver gestalten

Ist dein Marketing für dein Yoga-Angebot schon barrierefrei?

In diesem Artikel habe ich dir einige Punkte zusammengestellt, die du beachten solltest, wenn du dein Marketing für behinderte Menschen zugänglicher machen möchtest.

Denn davon profitieren am Ende alle Personen.

10 % aller Deutschen haben eine Behinderung, also kann es sehr gut sein, dass du im Laufe deiner Arbeit als Yogalehrerin auch in deinen Klassen einmal eine behinderte Person antriffst.

Um schon in der Ansprache deiner potenziellen Kund:innen dein Marketing barrierefreier zu machen, findest du hier einige Tipps.

In diesem Artikel stelle ich dir ein paar Möglichkeiten vor, wie du (mit ein paar kleinen Anpassungen in deinem Arbeitsablauf) deinen Content für Instagram und deine Webseite barrierearmer machen kannst.

Ich habe mich entschieden, den Fokus auf diese Plattformen zu legen, da sie in der Yoga als Beruf Community am häufigsten genutzt werden.  

Aber keine Sorge, du musst nicht direkt alles umsetzen und musst auch nicht deine alten Beiträge umarbeiten (außer du hast Zeit und Lust dafür).

Du kannst einfach bei deinen neuen Beiträgen auf Instagram und deiner Webseite darauf achten, dass sie weniger Barrieren enthalten.

Einschub - Barrierearm vs. Barrierfrei

Oben habe ich barrierearm geschrieben. Hier möchte ich noch einen kurzen Einschub zu barrierearm versus barrierefrei machen. 

Barrierefrei bedeutet, dass es keine Barrieren mehr gibt.

Dies ist das Ziel von Inklusion, aber auch sehr schwer umzusetzen.

Vor allem für uns als Solo-Selbständige, die sowohl Yogakurse geben, alles nebenbei organisieren und auch noch das Marketing dafür machen.

Und sicher noch viel mehr! 

Echte Barrierefreiheit ist schwer zu erreichen und teilweise gibt es auch Widersprüche um die Anforderungen der Maßnahmen.

Was die eine Person für ihre Barrierefreiheit braucht, kann für andere Menschen störend sein und weil sich Möglichkeiten und Anforderungen auch über die Zeit ändern können, spreche ich gerne von barrierearm. 

 

Wie kann ich meinen Content so gestalten, dass er so wenig wie möglich Barrieren enthält und es für mich möglich ist, dies umzusetzen?

Genau das versuche ich beim Erstellen meiner Beiträge für meinen Instagram-Kanal und meine Webseite immer zu bedenken.

Nun folgen aber einige Tipps für deinen Instagram Account und deine Webseite für barrierefreies Marketing.

Barrierefreies Marketing auf Instagram

 

Bei der Contentplanung

Wenn du ein Tool wie Trello oder Notion für die Planung deiner Beiträge nutzt, kannst du zum Beispiel (in deiner Vorlage)  einige der Schritte, die ich hier unten beschreibe, aufnehmen.

Damit sind sie direkt ein Teil deines Arbeits-Prozesses.

 

Die Auswahl der Bilder

Wenn du für deine Beiträge Bilder von Canva oder einer anderen Plattform nutzt, dann kannst du hier bereits welche aussuchen, die unterschiedliche Körper zeigen.

Dadurch bekommen die Personen, die deine Beiträge sehen, ein Bild davon, dass du bereits darüber nachdenkst,  deine Yogastunden für unterschiedliche Personen zugänglich zu machen.

Wenn du die Möglichkeit hast, selbst eigene Fotos für dein Yoga Marketing zu machen, kannst du natürlich auch bereits bei der Auswahl deiner Modelle darauf achten, dass diese möglichst divers sind. 

 

Alt-Texte für Bilder und Grafiken

Alternativ-Texte oder auch Alt-Texte beschreiben, was auf dem Foto oder der Grafik, die du postest, zu sehen ist.

Auch für ein Reel-Video kannst du beschreiben, was dort zu sehen ist und welcher Text auf den Video-Bildern steht.

Dies ist hilfreich für Menschen, die die Beiträge nicht sehen können. 

Für Bild-Beiträge geht dies in der Instagram-App über die “Erweiterten Einstellungen” und dort bei “Alternativtexte”.

Wenn du deine Beiträge über das Creator Studio einplanst, kannst du auch dort unter erweiterte Einstellungen die Alternativtexte eingeben. 

Bei Reels gibt es diese Option nicht. Du kannst die Beschreibung entweder in die Caption schreiben oder als Kommentar zu dem Reel hinzufügen. 

Für die Erstellung der Alternativtexte kann es hilfreich sein, dies direkt in den Erstell-Prozess deiner Beiträge als To-Do mit aufzunehmen. 

Ich habe zum Beispiel in meiner Vorlage für meine Content-Planung immer den Alt-Text als eine Komponente mit aufgenommen. Dadurch vergesse ich es nicht und denke immer daran, es zu machen

Wenn ich ein Foto von mir poste, beschreibe ich, was auf dem Foto zu sehen ist.

Wenn ich eine Canva-Grafik beschreibe, schreibe ich, dass eine bunte Kachel mit dem folgenden Text zu sehen ist. 

Den Text kopiere ich direkt aus meiner Canva-Grafik. Wenn du erst den Text für deine Canva-Grafik erstellst, kannst du es natürlich auch direkt aus dem Dokument übernehmen. 

 

Untertitel in Videos und Stories

Untertitel sind sowohl hilfreich für Menschen die nicht hören können, als auch für Menschen, die gerade unterwegs sind und die Stories ohne Ton anhören.

Momentan ist es noch nicht möglich, direkt in der Instagram-App Untertitel für Stories zu erstellen.

Für Reels können automatische Untertitel angezeigt werden.

Da sich die Plattform immer weiterentwickelt, hoffe ich, dass es bald auch möglich ist die Untertitel direkt in der Instagram-Story zu erstellen.

Sonst gibt es auch einige Apps, die Untertitel erstellen.

Mein momentaner Favorit ist, mit der Facebook-Story-Funktion die Untertitel zu erstellen und dann als Instagram-Story hochzuladen. 

Natürlich kannst du auch selbst eine kurze Zusammenfassung deiner Story abtippen.

Dies habe ich auch eine Zeit lang gemacht, ist aber viel mehr Arbeit als mit der automatischen Untertitelung.

Versuche hier drauf zu achten, dass du so viel wie möglich des Gesagten aufschreibst.

Wenn du 15 Sekunden sprichst und die Zusammenfassung nur ein oder zwei Wörter sind, wird wahrscheinlich viel von deinem Gesagten nicht zusammengefasst werden.

 

Tipps für die Caption 

Versuche deine Texte so einfach wie möglich zu schreiben.

Vermeide lange, verschachtelte Sätze und drücke dich so klar und präzise aus wie möglich.

Wenn du Fremdwörter oder englische Wörter benutzt, versuche diese zu erklären oder zu übersetzen.

Selbst wenn für dich dieses Wort sehr verständlich ist, heißt es nicht, dass es für all deine Leser:innen auch so ist. 

Vermeide schnörkelige Schriften. Ich würde dir für die Barrierarmut deiner Beiträge empfehlen, diese nicht zu nutzen, da diese teilweise schwer zu lesen sind.

Für die Lesbarkeit von deinen Hashtags, die aus mehreren Worten bestehen, kannst du  diese als sogenanntes Camel Case zu schreiben.

Also  #inklusiveAchtsamkeit statt #inklusiveachtsamkeit.

Das ist für Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen haben, einfacher zum Verarbeiten. 

Webseite

 

Texte inklusiv schreiben

Genau wie auf Instagram, ist es auch für deine Website-Texte wichtig, dass die Texte einfach und verständlich sind.

Das bedeutet: Einen gut leserlichen Aufbau der Texte, mit z.B. Zwischenüberschriften.

Dies ist sowohl wichtig für deine Leser:innen, als auch für die Suchmaschinen Optimierung (SEO).

Denn auch Google legt immer mehr Wert auf Barrierefreiheit und achtet darauf, dass die Texte, die angezeigt werden, gut lesbar sind.

 

Gib in deinen Texten an, für wen dein Angebot zugänglich ist

In den Texen deiner Website sollte klar stehen, für wen dein Angebot zugänglich ist und welche mögliche Barriere es gibt, um an deinem Unterricht teilzunehmen.

Wenn du z.B. ein eigenes Studio hast oder an verschiedenen Orten unterrichtest, kannst du angeben, welche Orte z.B. barrierefrei  oder barrierearm sind:

 

  • Gibt es Stufen am Eingang?
  • Gibt es eine Rolli-Toilette?
  • Gibt es Behindertenparkplätze in der Nähe des Studios?

 

Dies sind nur einige Fragen, die du in dem Text zu deinem Yoga-Angebot beantworten kannst.

Du könntest selbst noch ergänzen, was für die Personen, die dein Angebot buchen sollen, wichtig ist.

 

Alt-Texte bei deinen Bildern

Auch auf deiner Webseite kannst du deine Bilder mit Alttexten beschreiben.

Dies hat hier sowohl Vorteile für die Zugänglichkeit für blinde Menschen, als auch für SEO.

Beschriebene Bilder sind ebenfalls gut, wenn deine Webseite mal nicht so schnell lädt, damit die Besucher:innen deiner Seite immerhin wissen, was auf dem Bild zu sehen wäre.

 

Ich hoffe, dass dich diese Tipps dabei unterstützen, dein Marketing für dein Yoga-Angebot barrierefreier zu gestalten.

Und wie gesagt, du musst nicht direkt alles anpassen, sondern kannst in kleinen Schritten dein eigenes Angebot zugänglicher machen!

Hast du noch etwas, was du aus deiner Erfahrung ergänzen würdest?

Schreibe mir gerne eine Nachricht.

 

Happy Yoga Business Aufbau,

deine Mechthild Kreuser

 

Über die Autorin

Mechthild Kreuser – Gründerin von inklusive Achtsamkeit (www.inklusiveAchtsamkeit.de). Sozialpsychologin (M.Sc.), MBSR-Trainerin und Yogalehrerin. 

Aus ihrer eigenen Erfahrung als behinderte Person hat sie die Erfahrung gemacht, dass regelmäßige Meditation und Yoga ihr dabei geholfen haben, mit Themen der Selbst-Akzeptanz, chronischen Schmerzen und ableistischer Diskriminierung besser umgehen zu können.

Dies gibt sie nun in Workshops und Trainings an andere behinderte Personen weiter.

Außerdem schafft sie mit ihrem Angebot Räume, in denen Menschen mit und ohne Behinderung achtsam zusammenkommen können, um dadurch eine inklusivere Gesellschaft zu ermöglichen.

 

Ihre Webseite ist: https://www.inklusiveachtsamkeit.de/

Ihr könnt sie auch auf Instagram finden: https://www.instagram.com/inklusiveachtsamkeit/

Und auf Facebook: https://www.facebook.com/inklusiveachtsamkeit

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