Es gibt Begriffe, die in einer Branche gleichzeitig sehr präsent und doch erstaunlich unsichtbar sind.
In der Yogawelt ist einer davon: Führung.
Viele, die unterrichten, ausbilden oder Studios leiten, treffen täglich Entscheidungen, strukturieren Abläufe, begleiten Gruppenprozesse, tragen Verantwortung für Menschen, Dynamiken und Ergebnisse. Sie gestalten Rahmen, halten Strukturen stabil und reagieren auf das, was in diesem Raum entsteht.
Kurz gesagt: Sie führen.
Und trotzdem wird dieses Wort erstaunlich selten verwendet.
Stattdessen sprechen wir von begleiten, unterstützen, Raum halten, einen sicheren Raum schaffen. Worte, die eine bestimmte Qualität transportieren und die gleichzeitig etwas verschieben.
Denn sie beschreiben eher ein Dabeisein als ein Gestalten. Eher ein Mitgehen als ein Lenken. Eher ein Reagieren als ein Entscheiden.
Das ist nicht falsch. Aber es ist auch nicht vollständig. Genau hier entsteht eine interessante Lücke: zwischen dem, was tatsächlich getan wird, und dem, was darüber gesagt wird.
Diese Lücke bleibt oft unbenannt. Vielleicht, weil die Begriffe vertrauter wirken. Vielleicht, weil Führung schnell mit etwas Härterem, Lauterem, weniger „yogisch“ assoziiert wird. Vielleicht auch, weil Sprache immer auch ein Selbstbild schützt.
Was dabei entsteht, ist eine stille Verschiebung. Eine Art sprachlicher Graubereich, in dem Verantwortung vorhanden ist, aber nicht als solche sichtbar wird.
Warum das so ist, wie tief dieses Muster reicht und welche Auswirkungen es auf Arbeit, Positionierung und Selbstverständnis hat. Darum geht es in der aktuellen Podcastfolge.
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