#235: Eigene Yogaausbildungen konzipieren: im Gespräch mit Sahra Behagh

Wie du deine eigene Yogalehrerausbildung konzipieren kannst – mit Erfahrungen und Tipps von Yogalehrerin Sahra Behagh. Erfahre, wann der richtige Zeitpunkt ist, wie du Struktur schaffst und ein nachhaltiges Yoga-Business aufbaust

Es gibt Momente, in denen der eigene Yogaweg eine neue Richtung nimmt – nicht, weil etwas fehlt, sondern weil etwas reif geworden ist.
Für Sahra Behagh, Gründerin des Sangha Yoga Lübeck und Mitinitiatorin der Ortho-Yoga-Ausbildung, war genau dieser Moment gekommen: Das, was sie über viele Jahre gelernt, gelebt und verfeinert hatte, wollte weitergegeben werden – nicht nur in Kursen oder Workshops, sondern in Form eigener Yogalehrerausbildungen.

„Ich hatte so viele Erfahrungen gesammelt, so viele Fragen gestellt und Antworten gefunden“, sagt Sahra. „Irgendwann wollte ich das bündeln, strukturieren und weitergeben – auf einer tieferen Ebene.“

Vom Unterrichten zum Ausbilden

Sahra unterrichtet seit 2010 Yoga. Was mit kleinen Gruppen begann, führte bald zum eigenen Studio. 2019 startete sie mit ihrer ersten Yogalehrerausbildung – ohne fertiges Marketing, ohne System, ohne Perfektionsanspruch.

„Ich habe einfach angefangen. Ich wollte nur das teilen, was mir wichtig war.“

Was als Herzensprojekt begann, wurde zu einem wesentlichen Teil ihres Weges. Heute leitet Sahra mehrere Ausbildungen, begleitet andere Yogalehrende auf ihrem Weg und unterrichtet als Gastdozentin.

Für sie ist Ausbilden ein gemeinsamer Prozess, ein Raum, in dem Lehren und Lernen ineinanderfließen.

„Jede Gruppe ist anders. Ich wachse mit den Menschen, die ich begleiten darf. Ich lerne in jeder Ausbildung genauso viel wie die Teilnehmenden.“

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine eigene Yogaausbildung zu starten?

Viele Yogalehrende fragen sich, wann sie bereit sind, selbst auszubilden. Für Sahra gibt es darauf keine universelle Antwort:

„Es gibt nicht den perfekten Moment. Wichtig ist, dass du innerlich stabil bist und aus eigener Erfahrung sprichst.“

Eine solide Basis besteht nicht aus Zertifikaten, sondern aus gelebter Praxis.
Eine 200-Stunden-Ausbildung ist ein Anfang – aber noch kein Fundament, um andere anzuleiten.

Wer merkt, dass die eigene Erfahrung gereift ist, darf den Schritt gehen – und sich Unterstützung holen.

„Man muss nicht alles allein können. Entscheidend ist, dass du weißt, was du wirklich geben kannst – und wo du Partnerinnen brauchst.“

Viele von Sahras heutigen Ausbildungen sind Teamprojekte, in denen unterschiedliche Schwerpunkte – Anatomie, Philosophie, Didaktik – harmonisch zusammenfließen.

Vom Konzept zur Realität

Eine eigene Yogalehrerausbildung zu konzipieren heißt, eine Struktur zu schaffen, die trägt – für die eigene Vision und für die Teilnehmenden.

Die wichtigsten Fragen am Anfang:

  • Welche Themen sollen im Mittelpunkt stehen?
  • Soll die Ausbildung zertifiziert sein (z. B. Yoga Alliance, BDY, BUGI)?
  • Wie viele Stunden sind sinnvoll?
  • Welche weiteren Dozentinnen braucht es?
  • Wie viel Vorlauf, Planung und Skripterstellung sind realistisch?

Sahra empfiehlt, sich früh mit Zertifizierungsstandards vertraut zu machen. Diese Rahmenbedingungen geben Halt – innerhalb des Rahmens kann man kreativ werden.

„Ein Jahr Vorlauf ist realistisch. Skripte, Planung, Räume, Kommunikation – das braucht Zeit und Geduld.“

Was eine Ausbildung wirklich trägt

Mit jeder Ausbildung hat Sahra deutlicher verstanden, was Qualität entstehen lässt: Fokus.

„Am Anfang wollte ich alles machen, jede Idee umsetzen. Heute weiß ich: Qualität entsteht durch Fokussierung.“

Ihre Ausbildungen sind geprägt von einer klaren Haltung:
Anatomie und funktionelles Verständnis stehen im Mittelpunkt – aber nicht als Theorie, sondern als körperlich erfahrbares Wissen.

„Ich möchte, dass die Teilnehmenden verstehen, was sie fühlen. Anatomie wird erst lebendig, wenn man sie erleben kann.“

Gemeinsam mit Eva Obermeier leitet Sahra die 500-Stunden-Ortho-Yoga-Ausbildung, die sich über zwei Jahre erstreckt.

Ziel ist es, funktionelle Anatomie, Yoga und ein modernes Verständnis von Ganzheit miteinander zu verbinden – wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig tief menschlich.

Sichtbarkeit entsteht durch Beziehung

Auch die stimmigste Ausbildung braucht Sichtbarkeit. Doch Sahra hält wenig von klassischem Marketingdruck.

„Menschen buchen keine Ausbildung wegen einer Anzeige. Sie buchen wegen Vertrauen.“

Dieses Vertrauen entsteht, wenn das eigene Wirken authentisch ist.
Website, Newsletter und Social Media sind für Sahra Werkzeuge, keine Selbstzwecke.

„Wenn du ehrlich teilst, wofür du stehst, entsteht Verbindung. Das ist nachhaltiger als jede Werbeanzeige.“

So wächst Sichtbarkeit organisch: durch Beziehungen, Empfehlungen und Präsenzerfahrungen.

Lernen als lebendiger Prozess

In all den Jahren hat Sahra viel gelernt – vor allem das Loslassen von Perfektion.

„Meine erste Ausbildung war komplett durchgeplant. Zu durchgeplant. Ich wollte alles vermitteln. Irgendwann habe ich gemerkt: Es geht nicht darum, alles zu wissen, sondern präsent zu sein.“

Heute gibt sie Raum für das, was im Moment entstehen möchte. Jede Gruppe bringt ihre eigene Dynamik mit.
Und genau darin liegt Lebendigkeit.

„Lehren ist kein starres System. Es ist ein Prozess – und der darf sich verändern.“

Bewegung im Yoga-Markt

Die Yogaszene verändert sich – und Sahra beobachtet zwei klare Entwicklungen:

  1. Rückkehr zur Essenz: Viele Yogalehrende suchen wieder Tiefe und möchten zurück zu den Wurzeln.
  2. Spezialisierung: Yoga für bestimmte Lebensphasen, therapeutische Ansätze oder funktionelles Yoga werden immer relevanter.

Online-Ausbildungen verlieren an Bedeutung.

„Menschen sehnen sich nach Präsenz, nach echtem Kontakt, nach echten Räumen.“

In einer digitalisierten Welt steigt die Sehnsucht nach Berührungspunkten im echten Leben.Mut, den eigenen Weg zu gehen

Was rät Sahra Yogalehrenden, die selbst Ausbildungen anbieten möchten?

„Nicht warten, bis alles perfekt ist. Austausch suchen. Partner:innen finden, die ähnliche Werte teilen. Und dann losgehen.“

Begeisterung ist die Basis, Offenheit der Schlüssel.

„Am Ende trägt nur das, was echt ist. Wenn du mit Herz und Klarheit unterrichtest, wird das spürbar.“

Ein Weg, der sich entwickelt

Eine eigene Ausbildung zu gestalten bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für Inhalte, Strukturen, Menschen und für sich selbst.
Es ist ein Prozess, der sich wandelt und wächst.

„Am Ende ist jede Ausbildung auch eine eigene Praxis“, sagt Sahra. „Eine Praxis des Lehrens, des Lernens und des Menschseins.“

Ihr Weg ist eine Einladung an alle Yogalehrenden, die einen Ruf spüren:
Mutig zu beginnen. Klar zu bleiben.
Und sich immer wieder mit dem zu verbinden, was wirklich trägt.

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